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| BRASILIA |
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Einleitung l Sehenswürdigkeiten
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Die Hauptstadt Brasiliens wurde fernab der alten, historisch gewachsenen Städte als perfekte Stadt am Reißbrett geplant. Sie liegt im Bundesdistrikt (Distrito Federal do Brasil). Der Bundesdistrikt stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern wäre - mit seiner recht geringen Bevölkerungsdichte und den dominierenden Agrarflächen - eher mit einem kleinen Bundesstaat vergleichbar.
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Catedral Metropolitana
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Geschichte
1891 wurde der Beschluss, eine neue Hauptstadt für Brasilien zu bauen, in der Verfassung verankert. 1893 grenzte man dann ein 14.400 Quadratkilometer großes Gebiet für deren Bau ab. Am 7. September 1922 fand die Grundsteinlegung für Brasília in der Nähe der Stadt Planaltina statt. Der weitere Ausbau der Stadt zur neuen Hauptstadt von Brasilien wurde durch den Präsidenten Juscelino Kubitschek (19021976) angeordnet. Anlass war der Bedarf nach einer neutralen Hauptstadt für die Föderation der brasilianischen Bundesstaaten. Durch die Lage nahe dem geografischen Zentrum des brasilianischen Staatsgebiets sollte die Entwicklung der Infrastruktur des Binnenlandes gefördert werden.
Im Jahr 1956 befand sich der Distrikt immer noch weitab von der Zivilisation. Die Stadt Belem war 1600 Kilometer entfernt und Rio de Janeiro 930 Kilometer. Die nächste Eisenbahnstation lag 125 Kilometer weg, die nächste befestigte Straße war 640 Kilometer entfernt, und der nächste Flugplatz lag in 190 Kilometer Entfernung. Sand und Kies waren zwar verfügbar, aber Bauholz musste aus 1.200 Kilometer und Baustahl aus 1.600 Kilometer Entfernung geholt werden.
Mit der Umgestaltung wurde am 22. Oktober 1956 begonnen. Als erstes Gebäude wurde ein provisorischer Präsidentenpalast gebaut (der sog. "Catetinho"). Bereits am 21. April 1960 war die Planhauptstadt fertiggestellt und wurde von Präsident Kubitschek eingeweiht. Brasília löste damit Rio de Janeiro als neue Hauptstadt des Landes ab. Verantwortlicher Stadtplaner war Lúcio Costa. Der Architekt Oscar Niemeyer trug als Chef des staatlichen Bauamts die Verantwortung für das Projekt Brasília und entwarf die öffentlichen Gebäude. Als Grundriss für die Stadt wurde die Form eines Flugzeugs gewählt. Sie wird architektonisch von der Kathedrale und dem Parlamentsgebäude geprägt. Dieses Projekt trug damals den Namen plano piloto.
Zunächst wurden die Ministerien errichtet. Dann sollten andere zentrale Institutionen übersiedeln. Die Angehörigen der alten Familien, die seit Generationen in Rio de Janeiro wohnten, widersetzten sich jedoch dem Umzug nach Brasilia. Die Regierung setzte deshalb den 7. September 1972 als Datum fest, bis zu dem jeder Staatsbeamte bei Strafe des Verlusts seiner Stellung und jeder Diplomat bei Androhung des Verlusts seiner Immunität in Brasilia Wohnung zu nehmen hatte. Dies führte im letzten Augenblick zu einem Wettrennen um die wenigen leeren Wohnungen.
Am 21. April 1962 wurde die Universität von Brasília eröffnet. Wenig später, am 31. Mai, konnte nach zehn Jahren Bauzeit die Kathedrale eingeweiht werden. 1967 wurde der Fernsehturm fertiggestellt, 1977 das Postamt, 1978 der Stadtpark und 1981 die Zentralbank.
Seit 1987 steht Brasília auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. 1992 ist mit dem Bau der U-Bahn begonnen worden und am 31. März 2001 konnte der erste Streckenabschnitt offiziell eingeweiht werden.
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Congresso Nacional
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Einwohnerentwicklung
Die eigentliche Stadt Brasília ist mit etwa 200.000 Einwohnern und einer Fläche von 472,12 Quadratkilometer hinter Ceilândia (348.688 Einwohner) und Taguatinga (259.123 Einwohner) nur die drittgrößte im Bundesdistrikt. Die meisten Bewohner leben in den Vorstädten und ländlichen Regionen außerhalb der Stadt Brasília.
Die Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion, die identisch ist mit der Bodenfläche des Distrito Federal do Brasil, nahm in den letzten fünf Jahrzehnten eine rasante Entwicklung. Lebten 1950 erst 36.000 Menschen dort, waren es mit 2.277.259 im Jahre 2005 rund 63mal soviel. Der Bundesdistrikt hat eine Fläche von 5.822 Quadratkilometer. Er ist somit etwas kleiner als der Kanton Bern und ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland. Er hat eine Bevölkerungsdichte von 422 Einwohnern je Quadratkilometer.
Der Rückgang der Bevölkerung um über 180.000 Menschen zwischen 1985 und 1991 ist auf administrative Maßnahmen und Zwangsumsiedlungen von Menschen mit niedrigem oder keinem Einkommen in die Satellitenstädte in der Umgebung von Brasília zurückzuführen.
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Praça dos Trés Poderes (Platz der drei Gewalten)
im Hintergrund: Supremo Tribunal de Justiça (Oberster Gerichtshof)
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Bauwerke
Einen guten Überblick über die futuristische Hauptstadt gewinnt man von der Aussichtsplattform des 218 Meter hohen Fernsehturms, dem höchsten Gebäude der Stadt. Er steht an der Monumentalachse, in der Nähe des alten Busbahnhofs, dort wo sich Rumpf und Flügel treffen
Östlich davon wird die Achse von zwei schlanken Türmen des Parlamentsgebäudes und dem See begrenzt. Westlich davon steht das 1981 fertig gestellte Kubitschek-Denkmal. Im Norden und Süden liegen die Wohnbezirke, Hotels und Einkaufszentren. Etwas außerhalb der dicht bebauten Nord- und Südflügel befinden sich das Sportstadion, das meteorologische Observatorium, das Autodrom, der Campingplatz und der Tierfriedhof
Die Monumentalachse vom Fernsehturm bis zum Praça dos Três Poderes (Platz der drei Gewalten) ist zu Fuß begehbar. Hinter dem alten Busbahnhof steht links das Nationaltheater und auf der rechten Seite die Kathedrale von Brasilia, (portugiesisch: Catedral Metropolitana Nossa Senhora Aparecida nach der Basilika in Aparecida).
Die Esplanada dos Ministérios, die Straße der Ministerien, beginnt hinter der Kathedrale. Der Palácio do Itamaraty (Außenministerium) spiegelt sich in dem das Gebäude umgebenden Wasserbecken.
Das Parlament, der Congresso Nacional, steht am Ende der Monumentalachse. Auf der anderen Seite, am Praça dos Três Poderes, befinden sich der Präsidentenpalast, der Oberste Gerichtshof und als neuestes Gebäude ein Pantheon zur Erinnerung an den ersten nach der Militärdiktatur gewählten Präsidenten Tancredo Neves (19101985) ein Mahnmal für die Demokratie. Auf der linken Seite des Platzes liegt der Amtssitz des Präsidenten, der Palácio do Planalto.
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