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Oscar Niemeyer-
A Legend of Modernism
Von Paul Andreas, Ingeborg Flagge, Oscar Niemeyer, Deutsches Architekturmuseum
Mitwirkende Personen Paul Andreas, Ingeborg Flagge, Oscar Niemeyer
Veröffentlicht von: Deutsches Architektur Museum, 2003
Verlag: Birkhäuser
ISBN 3764369922, 9783764369927
143 Seiten
Preis: 29,50 EUR
Der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer (*1907) gehört zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts. Durch seine Bauten für Brasilia wurde er weltberühmt. In seinen Gebäuden vereinigt er den Respekt für die jeweilige Örtlichkeit mit einem unverwechselbaren, fast barocken Gestaltungsdrang. In dieser Publikation werden - neben dem Text "Meine Architektur" von Niemeyer selbst - in Einzelbeiträgen von renommierten Autoren wichtige und aktuelle Aspekte des Werks von Niemeyer analysiert. Themen sind zum Beispiel die Einordnung seines Schaffens in die moderne Architekturgeschichte Brasiliens, sein Beitrag als Stadtplaner, die Landschaftlichkeit in seinem OEuvre und sein Einfluss auf die Architektur der jüngsten Zeit in Deutschland. Den visuellen Glanzpunkt bilden die 48 Seiten mit Farbabbildungen, darunter 30 Fotos aus dem Niemeyer-Archiv, welche die Highlights seiner Architektur eindrücklich zur Darstellung bringen. |
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| THEMEN & SPECIALS > Oscar Niemeyer |
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Oscar Ribeiro de Almeida de Niemeyer Soares wurde als Sohn deutschstämmiger Eltern am 15. Dezember 1907 in Rio de Janeiro geboren.
Bis 1934 studierte er an der Nationalen Schule der Schönen Künste in Rio de Janeiro. Anschließend arbeitete er mit dem berühmten französischen Architekten, Maler und Designer Le Corbusier zusammen, unter anderem im Büro von Lúcio Costa, mit dem er später am Bau der neuen Hauptstadt Brasiliens zusammenarbeiten sollte.
Im Alter von 27 Jahren schloss er sich 1945 der Kommunistischen Partei Brasiliens an.
Zwischen 1947 bis 1953 war er der Vertreter Le Corbusiers im Planungsgremium der UNO für das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York. Die intensive Zusammenarbeit mit Le Corbusier sollte sein späteres Schaffen stark beeinflussen.
Schon früh setzt Oskar Niemeyer auf den Beton als Baumaterial. Berühmtheit erlangt er durch seine futuristische und plastische Formen mit fließenden Linien.
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Museu Nacional (National Museum)
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Mit seinen Arbeiten steigt er zu einem der wichtigsten Vertreter der architektonischen Moderne auf. So verwundert es nicht, dass Oscar Niemeyer 1957 vom damaligen brasilianischen Staatspräsidenten Jucelino Kubitschek in die Organisation Nova Cap zur Gründung der neuen Hauptstadt als Chefarchitekt berufen wird. Ihm wird dabei die Aufgabe der künstlerischen Führung übertragen. Bei diesem Jahrhundertprojekt, der Planung und Erstellung der neuen brasilianischen Hauptstadt Brasilia soll in 1.000 Tagen auf der Hochebene des Planalto eine neue Metropole als Symbol der Zukunft für Brasilien entstehen.
Zusammen mit dem Stadtplaner Lúcio Costa entsteht eine neue Hauptstadt am Reißbrett, die durch eine funktionale Unterteilung von einzelnen Bereichen wie Regierung, Verwaltung, Kultur und Freizeit geprägt ist. Durch seinen eigenwilligen skulpturalen Architekturstil drückt Niemeyer seinen unverwechselbaren Stempel auf. Brasilia wird - auch Dank seines grandiosen Schaffens - im Jahr 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Mit der Entstehung Brasilias wird Niemeyer zu einem der bedeutendsten Architekten der Neuzeit.
Als 1964 das Militär putscht und die Staatsgewalt übernimmt, geht Niemeyer als Mitglied der Kommunistischen Partei schließlich 1966 nach Paris in Exil. Auch dort ist er kreativ und entwirft die Zentrale der kommunistischen Partei sowie in Le Havre das Kulturzentrum. Auch in anderen Städten Europas entwirft er Gebäude, beispielsweise in Berlin.
Ende der 1960er Jahre wird er in Rio de Janeiro an der Universität lehren. Aber erst nach der Generalamnestie von 1979 kehrt er 1982 ganz nach Brasilien zurück.
Oscar Niemeyer ist am 15. Dezember des letzten Jahres 100 Jahre alt. Bis heute ist er als Architekt tätig und hat während seiner Schaffenszeit mehr als 600 erbaute Gebäude konzipiert.
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Supremo Tribunal de Justiça (Oberster Gerichtshof)
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Bedeutende Bauwerke:
Ministerium für Bildung und Gesundheit
(heute Kulturpalast; mit Le Corbusier, Lucio Costa, Jorge Machado Moreira und Afonso Eduardo Reidy) Rio de Janeiro 1937 bis 1943
Haus von Oswald de Andrade São Paulo 1938
Brasilianischer Pavillon auf der Weltausstellung - New York City - 1939
Casa do Baile,
Tanzsaal und Restaurant Pampulha bei Belo Horizonte, Brasilien 1940
Nationalstadion von Rio de Janeiro 1941
Kirche São Francisco Pampulha, Brasilien 1943
Municipal-Theater Belo Horizonte, Brasilien 1946
Großer Pavillon der Biennale de São Paulo im Ibirapuera Park São Paulo 1951
Hauptgebäude der Vereinten Nationen (Mitarbeit) New York City 1952
Edifício Copan (Copan-Gebäude; Wohnhaus für 5.000 Menschen in geschwungener, wellenförmiger Ästhetik) São Paulo 1953
Casa das Canoas Rio de Janeiro sein früheres Wohnhaus in São Conrado ist heute öffentlich zugänglich 1954
Interbau-Wohnhochhaus Berlin-Hansaviertel 1957
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Ministério da Justiça (Justiz-Ministerium)
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Öffentliche Gebäude von Brasilia (u. a.Kathedrale, das Parlamentsgebäude, der Planalto, Alvorada (Präsidentenpalast), Itamarati Außen-ministerium), Platz der drei Gewalten und Oberster Gerichtshof 1957 bis 1964
Hauptsitz der Französischen Kommunistischen Partei (PCF), Bürogebäude und Kuppel der Versammlungshalle Paris 1967 bis 1972
Verlagsgebäude Mondadori Segrate bei Mailand. Italien 1968
Universität von Constantine Algerien 1968
Nationalhotel Rio de Janeiro 1968
Maison de la Culture (Kulturzentrum, ein Rundbau, genannt "Le Volcan") Le Havre, Frankreich 1972
Bürogebäude Sede Fata Pianezza bei Turin, Italien 1977 bis 1979
Sambôdromo - Rio de Janeiro - 1984
Tancredo Neves Pantheon der Freiheit und Demokratie Brasilia 1985
Memorial da América Latina São Paulo 1987
Museu de Arte Comtemporânea (Museum für zeitgenössische Kunst, das an die Form eines Ufos erinnert) Neterói 1991
Museu Oscar Niemeyer Curitiba, Paraná, Brasilien 2002
Casino, Casino Park Hotel, Kongresszentrum Funchal
Serpentine Gallery Pavillon 2003 London 2003
Konzerthalle in São Paulo 2004
Auditório Ibiraquera - São Paulo - 2005
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Ponte J. Kubitschek, 2002
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Auszeichnungen u.a.:
Mitgliedschaft der American Academy of Arts and Sciences (1949);
Medalha do Trabalho (1959);
Lenin-Preis (1963);
Premio Benito Juarez anläßlich der Hundertjahrfeier der mexikanischen Revolution (1964);
Médaille Joliot-Curie (1965);
Lorenzo il Magnifico Preis der Accademia Internazionale Medicea (1980);
Pritzker Prize (1988);
Goldmedaille des Colegio de Arquitectos de Barcelona (1990);
Chevalier de la Légion d'Honneur (1970),
Ehrenmitglied der Akademie der Künste der UDSSR (1983);
Cavaliero Comendador da Ordem de Sao Gregorio Magno, verliehen durch Papst Johannes Paul II. (1990).
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